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Hohner Silver Star C

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Hohner Silver Star C
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Robustes Einsteigermodell für Blues-, Rock- und Folk-Musik. Eingesenkte Stimmplatten und Edelstahldeckel.

Die wichtigsten Features im Überblick:
  • Stimmzungenanzahl:    20
  • Stimmplatte:    Messing; 0,9 mm
  • Kanzellenkörper:    Kunststoff
  • Länge in cm:    ca. 6,5
Von der Mundharmonika zur "Blues Harp"

Was ist nun eigentlich dieser besondere Typ Mundharmonika, der meistens umgangssprachlich nur schlicht " Blues-Harp“ genannt wird, und auf der manche Musiker Töne erzeugen, von denen man nie geglaubt hätte, sie auf einer ganz normalen Mundharmonika wiederzufinden.

Der Begriff "Blues Harp“ stammt aus den Vereinigten Staaten, und man benutzt ihn als Sammelbegriff für alle 10-Loch einfachtönigen diatonischen Mundharmonikas , die nach dem sog. " Richter“-System aufgebaut und gestimmt sind. Benannt nach seinem Erfinder, einem der ersten Mundharmonika-Fabrikanten aus Haida in Nord-Böhmen, eben jenem Herrn Joseph Richter, der um 1825 diese bestimmte Tonfolge festlegte. Der Ursprung dieser Instrumente liegt also nicht im tiefsten Süden der USA sondern eher im böhmischen oder im Schwarzwald. Gedacht, um darauf einfache Melodien und Volkslieder zu spielen und um dem noch musikalischen Laien mit diesem einfachen und dennoch geradezu genialen Tonaufbau die Möglichkeit zu geben, mit ein wenig Spielpraxis zu schnellen Erfolgen im einfachen Melodiespiel zu gelangen. So um 1865 gelangten allerdings die ersten Instrumente dieses Typs in die Vereinigten Staaten und dort nahm die Entwicklung und die Veränderung gerade der Spielweise eine Form an, wie sie sicherlich von Seiten der Erfinder und von den ersten Herstellern weder gedacht noch erahnt wurde. Die Instrumente wurden also nicht für den Blues gebaut, vielmehr haben die Musiker die Struktur der Instrumente ihren Bedürfnissen angepasst und modifiziert.

Heute dagegen sind es gerade diese ungewöhnlichen Töne und Sounds, die das Instrument zu einem der faszinierendsten machen. Manchmal sagt man zu diesem Typ Mundharmonika sogar einfach nur „Harp“. Ein spezielles Modell heißt zwar tatsächlich Blues Harp, doch wird dieser Terminus meistens als Oberbegriff für alle Modelle gebraucht, die nach dem „Richter“-System hergestellt werden, wie z.B. „Marine Band“, „Big River Harp“ oder die „Special 20“.

Dieser beschriebene Typ Mundharmonika hat in der Blues Geschichte schon immer eine bedeutende Rolle gespielt. Ihre Möglichkeiten, eine klangliche Ähnlichkeit zur menschlichen Stimme zu erzeugen, hatte daran sicherlich großen Anteil. Ursprünglich ist der Blues ja ausschließlich eine Vokalmusik gewesen. Entstanden aus den Arbeits- und Gruppengesängen der schwarzen Landarbeiter noch zur Zeit der Sklaverei: den „Worksongs“ und den Sologesängen oder „Fieldhollers“.

Um die Jahrhundertwende entwickelten sich erste instrumentale Techniken, diese Gesänge zu begleiten. Das charakteristische Frage- und Antwort-Schema (call and response) entwickelte sich. Als Instrument kam die Mundharmonika als erstes in Betracht. Auf ihr konnte man die blues-typischen Glissandi der Gesänge am ehesten nachempfinden. Die Mundharmonika oder Harp bildete ein melodisches und rhythmisches Gegenstück zur Stimme. Auch bestand die Möglichkeit, dynamisch auf ihr zu spielen.

Es ist wohl unumstritten, dass es Schwarze waren, die als erste ihre Mundharmonika in einer Art „malträtierten“, dass sie für jene Form von Musik verwendbar wurde, die man später Blues nannte. Die Harmonica ist dabei zu einem der populärsten Blues-Instrumente geworden. Ihre schnelle Verbreitung - 1865 gelangten die ersten Harps der Fa. HOHNER in die USA, schon wenig später war die Nachfrage so groß, dass man auf Fließbandproduktion umstellen musste, ihre Handlichkeit, die relativ einfache Spielweise und ihr günstiger Preis trugen ihren Teil dazu bei.

Zwischen Ankunft der Harps und den ersten bekannten Aufnahmen aus dem Jahre 1924 siedelt man die Entdeckung der „cross-Harp“ Spielweise an. Die Mundharmonika wurde nicht mehr in der Tonart des Blasakkordes gespielt sondern in der Tonart des Ziehakkordes. Damit begann eine der fruchtbarsten musikalischen Fusionen der afroamerikanischen und europäischen Kultur. Die Schwarzen entdeckten völlig neue Spielmöglichkeiten. Die Musiker imitierten auf ihren Instrumenten alle Geräusche, die sie aus ihrer Umgebung her kannten und wahrnahmen: Fuchsjagden, Eisenbahngeräusche, das Weinen und Schreien der Kinder, Tiere auf dem Bauernhof. „Foxchase“ und „Train-Blues“ gelten als DIE Klassiker der Blues Harp. Das elektrisch verstärkte Spiel entstand Anfang der 50-er Jahre, als sich die raue, städtische Form des Blues, der oft so benannte „Chicago-Blues“ entwickelte.Die Technik, die Mundharmonika mit Hilfe eines Mikrofons über einen Gitarrenverstärker zu spielen, um dem Instrument gegenüber der Lautstärke von Schlagzeug, Bass und E-Gitarren eine reelle Chance zu geben, ist bis heute beibehalten worden und unterstützt den charakteristischen Sound dieses Stils.

Mundharmonika – der „Allrounder“ unter den Musikinstrumenten in Rock, Pop, Jazz, Blues, Folklore und klassischer Musik.

Die Mundharmonika hat sich auf Grund ihrer Kompaktheit und des relativ günstigen Preises, verglichen mit anderen Musikinstrumenten, weltweit als Volksinstrument etabliert. Einfache Melodien wie die bekannter deutscher und internationaler Volkslieder sind leicht zu erlernen, jedoch ergeben sich, bedingt durch die Bauart, teilweise Einschränkungen der möglichen Tonfolgen und Akkorde.*

Eine besondere Stellung nimmt sie in der Blues-Szene ein, in der sie als Blues Harp bezeichnet wird. Oftmals nur von einer Gitarre begleitet, jedoch auch in größeren Combos, unterstreicht sie hier durch ihren teils lauten und „schreienden“, teils fast schon als „weinend“ zu beschreibenden Ton die typisch düstere Stimmung des Blues.*

Die Mundharmonika ist heute in allen Musikstilrichtungen zuhause. Seit rund 150 Jahren trägt Hohner – der weltweit größte Hersteller von Qualitäts-Mundharmonikas – wesentlich zu diesem Siegeszug bei.

Durch die Verwendung spezieller Metalllegierungen für die Produktion der hochwertigen Stimmzungen sowie den Einsatz präziser Stanz- und Fräswerkzeuge wird eine optimale Klangqualität und höchste Lebensdauer von Hohner Mundharmonikas garantiert.

Geschichte*

Die Erfindung der Mundharmonika wird zu Unrecht sehr oft dem Thüringer Friedrich Buschmann zugeschrieben. Aufgebracht wurde diese Legende in den 1930er Jahren, in einer Zeit, in der man wohl auch aus politischen Gründen einen Deutschen als Erfinder zu legitimieren versuchte.

„Unausrottbar scheint die Legende, der Thüringer Friedrich Buschmann habe Mund- und Ziehharmonika erfunden. Einer Überprüfung hält diese These nicht stand. Denn der Musiker Buschmann spricht in einem Brief von 1828 von seiner soeben getätigten Erfindung. Jahre zuvor hatte schon die gewerbsmäßige Herstellung in Wien begonnen.“ „Nachweislich wurden „Mundharmonikas [...]“ 1825 in Wien verkauft.“ (s.u. Literatur Conny Restle: In aller Munde, S. 43).
  • 1823 erwarb Johann Georg Meisel auf der Braunschweiger Messe eine Mundharmonika.
  • 1824 bekam Anton Reinlein in Wien ein Patent für eine Verbesserung der Handharmonika, Mundharmonikas wurden dort schon wesentlich länger gebaut.
  • 1826 in Knittlingen durch Ignaz Hotz Nachbau, Firmengründung 1826.
  • 1827 in Graslitz (Klingenthal/Sa.) Nachbau durch Johann Georg Meisel gemeinsam mit Johann Langhammer.
  • 1829 erhielt Johann Wilhelm Rudolph Glier (1793 - 1873) vom physikalischen Verein in Frankfurt am Main eine Mundharmonika zum Geschenk und baute kurz darauf die Instrumente nach.
  • 1829 erfand Charles Wheatstone das Symphonium, eine Art Luxusmundharmonika und der Vorläufer der englischen Konzertina.
  • 1830 Christian Messner in Trossingen baute die ersten Mundharmonika nach.
  • 1857 Matthias Hohner in Trossingen begann mit der Mundharmonikaerzeugung.
Hinweise/Disclaimer

Änderungen der technischen Daten ohne vorherige Ankündigung vorbehalten.
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