
Traditionelle Richter-Mundharmonika mit einer 110-jährigen Geschichte. Holzkanzellenkörper mit aufgenagelten Messingstimmplatten für warmen „bluesigen“ Sound. Attraktive Deckel mit spezieller Formgebung.
Die wichtigsten Features im Überblick:
- Stimmzungenanzahl: 20
- Stimmplatte: Messing; 0,9 mm
- Kanzellenkörper: Holz
- Länge in cm: ca. 10
- Tonart: D-Dur
HOHNER Marine BandDie "Urharp". Seit 1896 die beliebteste Blues-Mundharmonikas weltweit. Einen Kanzellenkörper aus Birnbaum-Holz und gewölbte Deckel mit Schallschlitzen geben der Marine Band "classic" ihren unverwechselbaren, charakteristischen Klang; hell und warm, der auf fast allen klassischen Blues-Aufnahmen zu hören ist und von jeder Blues-Harp-Größe gespielt wird.
Von der Mundharmonika zur "Blues Harp"Was ist nun eigentlich dieser besondere Typ Mundharmonika, der meistens umgangssprachlich nur schlicht " Blues-Harp“ genannt wird, und auf der manche Musiker Töne erzeugen, von denen man nie geglaubt hätte, sie auf einer ganz normalen Mundharmonika wiederzufinden.
Der Begriff "Blues Harp“ stammt aus den Vereinigten Staaten, und man benutzt ihn als Sammelbegriff für alle 10-Loch einfachtönigen diatonischen Mundharmonikas , die nach dem sog. " Richter“-System aufgebaut und gestimmt sind. Benannt nach seinem Erfinder, einem der ersten Mundharmonika-Fabrikanten aus Haida in Nord-Böhmen, eben jenem Herrn Joseph Richter, der um 1825 diese bestimmte Tonfolge festlegte. Der Ursprung dieser Instrumente liegt also nicht im tiefsten Süden der USA sondern eher im böhmischen oder im Schwarzwald. Gedacht, um darauf einfache Melodien und Volkslieder zu spielen und um dem noch musikalischen Laien mit diesem einfachen und dennoch geradezu genialen Tonaufbau die Möglichkeit zu geben, mit ein wenig Spielpraxis zu schnellen Erfolgen im einfachen Melodiespiel zu gelangen. So um 1865 gelangten allerdings die ersten Instrumente dieses Typs in die Vereinigten Staaten und dort nahm die Entwicklung und die Veränderung gerade der Spielweise eine Form an, wie sie sicherlich von Seiten der Erfinder und von den ersten Herstellern weder gedacht noch erahnt wurde. Die Instrumente wurden also nicht für den Blues gebaut, vielmehr haben die Musiker die Struktur der Instrumente ihren Bedürfnissen angepasst und modifiziert.
Heute dagegen sind es gerade diese ungewöhnlichen Töne und Sounds, die das Instrument zu einem der faszinierendsten machen. Manchmal sagt man zu diesem Typ Mundharmonika sogar einfach nur „Harp“. Ein spezielles Modell heißt zwar tatsächlich Blues Harp, doch wird dieser Terminus meistens als Oberbegriff für alle Modelle gebraucht, die nach dem „Richter“-System hergestellt werden, wie z.B. „Marine Band“, „Big River Harp“ oder die „Special 20“.
Dieser beschriebene Typ Mundharmonika hat in der Blues Geschichte schon immer eine bedeutende Rolle gespielt. Ihre Möglichkeiten, eine klangliche Ähnlichkeit zur menschlichen Stimme zu erzeugen, hatte daran sicherlich großen Anteil. Ursprünglich ist der Blues ja ausschließlich eine Vokalmusik gewesen. Entstanden aus den Arbeits- und Gruppengesängen der schwarzen Landarbeiter noch zur Zeit der Sklaverei: den „Worksongs“ und den Sologesängen oder „Fieldhollers“.
Um die Jahrhundertwende entwickelten sich erste instrumentale Techniken, diese Gesänge zu begleiten. Das charakteristische Frage- und Antwort-Schema (call and response) entwickelte sich. Als Instrument kam die Mundharmonika als erstes in Betracht. Auf ihr konnte man die blues-typischen Glissandi der Gesänge am ehesten nachempfinden. Die Mundharmonika oder Harp bildete ein melodisches und rhythmisches Gegenstück zur Stimme. Auch bestand die Möglichkeit, dynamisch auf ihr zu spielen.
Es ist wohl unumstritten, dass es Schwarze waren, die als erste ihre Mundharmonika in einer Art „malträtierten“, dass sie für jene Form von Musik verwendbar wurde, die man später Blues nannte. Die Harmonica ist dabei zu einem der populärsten Blues-Instrumente geworden. Ihre schnelle Verbreitung - 1865 gelangten die ersten Harps der Fa. HOHNER in die USA, schon wenig später war die Nachfrage so groß, dass man auf Fließbandproduktion umstellen musste, ihre Handlichkeit, die relativ einfache Spielweise und ihr günstiger Preis trugen ihren Teil dazu bei.
Zwischen Ankunft der Harps und den ersten bekannten Aufnahmen aus dem Jahre 1924 siedelt man die Entdeckung der „cross-Harp“ Spielweise an. Die Mundharmonika wurde nicht mehr in der Tonart des Blasakkordes gespielt sondern in der Tonart des Ziehakkordes. Damit begann eine der fruchtbarsten musikalischen Fusionen der afroamerikanischen und europäischen Kultur. Die Schwarzen entdeckten völlig neue Spielmöglichkeiten. Die Musiker imitierten auf ihren Instrumenten alle Geräusche, die sie aus ihrer Umgebung her kannten und wahrnahmen: Fuchsjagden, Eisenbahngeräusche, das Weinen und Schreien der Kinder, Tiere auf dem Bauernhof. „Foxchase“ und „Train-Blues“ gelten als DIE Klassiker der Blues Harp. Das elektrisch verstärkte Spiel entstand Anfang der 50-er Jahre, als sich die raue, städtische Form des Blues, der oft so benannte „Chicago-Blues“ entwickelte.Die Technik, die Mundharmonika mit Hilfe eines Mikrofons über einen Gitarrenverstärker zu spielen, um dem Instrument gegenüber der Lautstärke von Schlagzeug, Bass und E-Gitarren eine reelle Chance zu geben, ist bis heute beibehalten worden und unterstützt den charakteristischen Sound dieses Stils.
Die Auswahl der richtigen TonartDer mit Abstand häufigste Frustrationsgrund beim Erlernen des Mundharmonikaspiels ist gleichzeitig auch der unnötigste: Die falsche Wahl der Tonart. Das liegt daran, dass sich die Tonartbezeichnung einer Richter-Mundharmonika auf die Tonart des Blas-Akkords bezieht. Im Rock, Blues, Jazz, Folk etc. wird die Mundharmonika aber zumeist in der sog. 2. Position gespielt, das heißt in der Tonart des Zieh-Akkords.
Diese Spieltechnik führt zum typischen Mundharmonika Sound. Prinzipiell kann sogar jeder Ton der Mundharmonika zum Grundton erklärt werden, von praktischer Bedeutung sind aber nur die ersten 4 Positionen. Für diese zeigt die obige Tabelle die Zuordnung von Tonart und Mundharmonika-Stimmung.
| Harp |
G |
Ab |
A |
Bb |
H |
C |
Db |
D |
Eb |
E |
F |
Fis |
| 1. Pos. |
G |
Ab |
A |
Bb |
H |
C |
Db |
D |
Eb |
E |
F |
Fis |
| 2. Pos. |
D |
Eb |
E |
F |
Fis |
G |
Ab |
A |
Bb |
H |
C |
Db |
| 3.Pos. |
Am |
Bbm |
Hm |
Cm |
Cis-m |
Dm |
Eb-m |
Em |
Fm |
Fis-m |
Gm |
Gis-m |
| 4.Pos |
Em |
Fm |
Fis-m |
Gm |
Gis-m |
Am |
Bbm |
Hm |
Cm |
Cis-m |
Dm |
Dis-m |
Geschichte*Die Erfindung der Mundharmonika wird zu Unrecht sehr oft dem Thüringer Friedrich Buschmann zugeschrieben. Aufgebracht wurde diese Legende in den 1930er Jahren, in einer Zeit, in der man wohl auch aus politischen Gründen einen Deutschen als Erfinder zu legitimieren versuchte.
„Unausrottbar scheint die Legende, der Thüringer Friedrich Buschmann habe Mund- und Ziehharmonika erfunden. Einer Überprüfung hält diese These nicht stand. Denn der Musiker Buschmann spricht in einem Brief von 1828 von seiner soeben getätigten Erfindung. Jahre zuvor hatte schon die gewerbsmäßige Herstellung in Wien begonnen.“ „Nachweislich wurden „Mundharmonikas [...]“ 1825 in Wien verkauft.“ (s.u. Literatur Conny Restle: In aller Munde, S. 43).
- 1823 erwarb Johann Georg Meisel auf der Braunschweiger Messe eine Mundharmonika.
- 1824 bekam Anton Reinlein in Wien ein Patent für eine Verbesserung der Handharmonika, Mundharmonikas wurden dort schon wesentlich länger gebaut.
- 1826 in Knittlingen durch Ignaz Hotz Nachbau, Firmengründung 1826.
- 1827 in Graslitz (Klingenthal/Sa.) Nachbau durch Johann Georg Meisel gemeinsam mit Johann Langhammer.
- 1829 erhielt Johann Wilhelm Rudolph Glier (1793 - 1873) vom physikalischen Verein in Frankfurt am Main eine Mundharmonika zum Geschenk und baute kurz darauf die Instrumente nach.
- 1829 erfand Charles Wheatstone das Symphonium, eine Art Luxusmundharmonika und der Vorläufer der englischen Konzertina.
- 1830 Christian Messner in Trossingen baute die ersten Mundharmonika nach.
- 1857 Matthias Hohner in Trossingen begann mit der Mundharmonikaerzeugung.
Featured ArtistsJean "Toots" Thielemans, Kathrin Gass, Jens Bunge, Steve Baker, Dieter Kropp & The Faboulous Barbecue Boys, B.B. & The Blues Shacks, Crazy Hambones, Matt Walsh, Down Home Percolators, Keith Dunn & The Love Gloves, Linda Krieg, Albie Donnelly's SUPERCHARGE, Dale King, Harmonica-Quartett Austria, Walter Buchinger.
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*Quelle Wikipedia