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Meinl Soundcaster Ride 20" Medium  S20MR
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Tobias Schnell - Tipps für das Booking von Bands

06.05.2010
Bedienungsanleitung ansehen und herunterladen Wir sind seit ca. 3 1/2 Jahren live in ganz Deutschland unterwegs und haben so um die 80 - 90 Auftritte im Jahr. Ich möchte darauf hinweisen, dass die Tipps, die ich euch hier geben möchte, allein auf meinen Erfahrungen beruhen, d. h., dass einige sicherlich andere Wege beschreiten, um an Gigs zu kommen. Erst einmal müsst ihr euch als Band einig sein, ob ihr überhaupt Gigs machen wollt, wie viel pro Jahr und in welchem Umkreis etc. Nur wenn ihr euch wirklich einig seid, kann sich eine Person aus eurer Band oder aus dem Freundeskreis an die Arbeit des Bookings machen. Meiner Erfahrung nach ist es am besten, wenn sich nur eine Person um das Booking kümmert, um Terminüberschneidungen zu vermeiden. Ihr solltet auf jeden Fall vorher klären, wer die Kosten für die ganzen Telefonate, Faxe, Porto usw. auslegt oder übernimmt. Es kommen gerade am Anfang sehr hohe Telefon- und Portokosten zustande. Diese Kosten kommen auf euch jeden Monat zu, mal mehr, mal weniger, aber sie werden sich irgendwann auch auszahlen. Ihr müsst das ganze wie eine kleine Firma betrachten.
Eines sollte man sich von Anfang an vor Augen halten: man wird definitiv nicht reich dadurch, und es ist eigentlich wenig lukrativ, es sei denn, man spielt Tanzmucke oder Top 40. Derjenige der also das Booking einer Band übernimmt, sollte Ausdauer, den Willen niemals aufzugeben und sehr viel Zeit in den frühen Abendstunden haben.

Für das Booking ist das Telefon das wichtigste Arbeitsmittel. Selbst wenn ihr einen Gig in einem Club in eurer Nähe buchen wollt, ist es nicht ratsam, persönlich dort hinzufahren um einen Gig auszuhandeln. Es ist immer besser, so etwas am Telefon zu machen. Man bewahrt sich so noch eine gewisse Distanz, die z. B. bei Verhandlungen über Konditionen für einen Gig unter Umständen nötig ist. Die erste Voraussetzung um an Gigs zu kommen ist, dass man Adressen von Clubs, Veranstaltern, Live-Kneipen etc. hat, die Live-Gigs in ihren Clubs veranstalten. Einen soliden Adress-Stamm kann man z. B. auch beim DRMV erhalten. Der DRMV bietet eine nach PLZ sortierte Adresskartei mit Clubs aus ganz Deutschland an. Es gibt aber auch noch viele andere Quellen wie z. B. mittlerweile auch das Internet. Wenn dieses Material irgendwann nicht mehr ausreicht, kann man auch weitaus umfangreichere Karteien/Dateien in Form von CD-ROMS, oder Büchern bei diversen Verlagen kaufen. Eine weitere wichtige Quelle sind Zeitungen, also Stadtmagazine, die es eigentlich in jeder Stadt gibt. Haltet bei jeder Reise die Augen auf und kauft euch diese Zeitungen, bzw. es gibt ja auch kostenlose Stadtzeitungen die z. B. in Kneipen sehr oft ausliegen. Vielleicht habt ihr ja auch Freunde, Bekannte, Verwandte usw., die im Bundesgebiet verstreut sind. Fragt sie, ob sie euch diese Zeitungen besorgen können. Die Zeitungen dienen aber lediglich als Ergänzung der Adresskartei. Ihr solltet sie aber auf jeden Fall nach Veranstaltungshinweisen durchschauen. Viele Clubs drucken ihr jeweiliges Monatsprogramm ab und da könnt ihr beim Lesen schon abchecken, ob ein Club nur überregional bekannte Bands bucht, oder ob auch ihr evtl. eine Chance habt. Lasst euch nicht von seltsamen Clubnamen abschrecken, dahinter kann sich ein genialer Live-Club verbergen; auch wenn es noch so komisch klingt: Alles abtelefonieren. Auch Konzerthinweise und Flyer dienen mir als Ergänzung meiner Kartei. Die Adressen kann man entweder im Computer, oder in Form von kleinen Karteikarten anlegen. Am besten nach PLZ sortiert. Was bei mir mittlerweile sehr gut funktioniert, ist der Austausch von Erfahrungen und Adressen mit anderen Bands. Diese Bands sollten möglichst nicht aus eurer Gegend kommen. So kommt ihr an Adressen die ihr sonst vielleicht nie bekommen würdet. Ich habe zur Zeit Kontakt zu 5 anderen Bands aus dem Bundesgebiet und wir empfehlen uns auch gegenseitig bei Veranstaltern weiter. Auf diese Weise ist auch schon der eine oder andere Gig zustande gekommen. Kontakt zu anderen Bands könnt ihr entweder bei deren Gigs, oder durch das Internet knüpfen.

Hat man sich nun einen Stamm von Adressen zugelegt, sollte man erst mal damit anfangen, die Adressen nacheinander abzutelefonieren um olgende Dinge zu erfragen:
Wird dort überhaupt Live-Musik gemacht? Wer ist der Ansprechpartner? Wer hört sich mein Demo an? Ist unsere Musikrichtung dort überhaupt gefragt? Gleicht auf jeden Fall noch mal die Adresse des Clubs mit euren Angaben ab und lasst euch auch die Faxnummer geben. Diese Telefonate führt man am besten von Montag bis einschl. Samstag, jeweils zwischen 17.00 und ca. 22.00 Uhr. Hat man alles abtelefoniert, kann man an die in Frage kommenden Adressen das Demo-Tape, CD, Info, Foto usw. schicken. Hier habe ich komischerweise die Erfahrung gemacht: je einfacher und unspektakulärer das Material von der Aufmachung ist, desto größer der Erfolg bei den Veranstaltern. Ich halte alles ganz einfach in s/w. Tape, kurzes Anschreiben, Info, Konzertkritiken und mittlerweile auch unsere bisherigen zahlreichen Tour-Dates. Diese hinterlassen einen guten Eindruck beim Veranstalter, er sieht, wo man schon überall gespielt hat und ob man von einem Club auch schon mehrmals gebucht wurde. Wir sind auch schon ohne Demo-Tape, sondern nur auf Grund unserer Tour-Termine und Info von Veranstaltern gebucht worden, dies ist aber sehr selten. Ganz wichtig ist: schreibt auf den Umschlag, zu wessen Händen das Material soll, also die Person, die euch am Telefon genannt wurde. Ihr habt sonst bei späteren Anrufen ein Problem. Wenn ihr also nun aufgrund dieser o. g. ersten Telefonate euer Material verschickt habt, dann legt euch diese Adressen auf Wiedervorlage. Ihr solltet ca. 7 Tage nach dem ihr das Material verschickt habt erneut bei diesen Veranstaltern anrufen. Das sollte dann am besten während der Woche von Montag bis Freitag gemacht werden, da die Ansprechpartner während der Woche nicht so im Stress sind wie z. B. am Wochenende.

So, nun fängt die schwierigste Phase an! Am besten ist es mit der Person zu sprechen, der ihr auch das Material geschickt habt. Manchmal kann es ein Problem sein, diese Person überhaupt an’s Telefon zu bekommen. Ist derjenige nicht da, auf jeden Fall fragen wann ihr ihn/sie am besten erreichen könnt und erneut die Adresse dann auf Wiedervorlage legen. Habt ihr Glück und Euer Ansprechpartner ist wirklich da, sagt kurz wer ihr seid und fragt erstmal, ob die Sachen angekommen sind (die Post ist auch nicht immer zuverlässig) und ob er/sie schon ins Demo reingehört hat. Meistens ist das nicht der Fall und dann sollte man höflich fragen, wann man denn nochmals anrufen soll/kann.
Da gibt es dann auch unterschiedliche Varianten, entweder man bekommt die Auskunft nächste Woche, Übermorgen, in 3 Monaten, oder was auch immer. Davon sollte man sich aber in keinem Fall abschrecken lassen. Es gibt Veranstalter, mit denen habe ich mindestens ein Jahr in regelmäßigen Abständen telefoniert, bis ich endlich eine definitive Zusage, oder Absage bekommen habe. Nichts ist da unmöglich!

Wichtig ist jedoch: niemals aufgeben – und solange ihr keine definitive Zusage oder Absage vom Veranstalter habt – immer wieder anrufen!

Sollte ein Veranstalter sich nicht trauen, euch eine Absage zu geben, dann ist es seine eigene Schuld, wenn immer mal wieder nachgefragt wird. Ihr müsst in diesem Fall davon ausgehen, dass noch eine Chance für einen Gig vorhanden ist. Ihr solltet diese Telefonate und auch das abtelefonieren von neuen Adressen kontinuierlich betreiben, sonst macht es irgendwann keinen Sinn mehr, denn die Veranstalter machen ihre jeweilige Teminplanung auf die unterschiedlichste Art und Weise. Der eine plant ein Jahr im Voraus, der nächste immer nur 3 - 4 Monate usw. Wenn ihr also nicht am Ball bleibt, werdet ihr mit Sicherheit den einen oder anderen Gig nicht bekommen, weil ihr einfach zu spät anruft. Die Versuchung ist groß, im Sommer lieber abends im Biergarten zu sitzen, aber darauf muss man dann manchmal auch verzichten können. Je nachdem, wie wichtig und umfangreich die Gigs für eine Band sind. Habt ihr einen Club, oder Veranstalter gefunden, der euch gerne buchen möchte, dann gibt es die folgenden Dinge zu erfragen: Was für eine Gage ist möglich, wie weit ist die Planung, ist eine PA vorhanden, oder muss eine mitgebracht werden, Größe des Clubs, Entfernung. Bei der Gage wird es am schwierigsten. Ihr solltet auf jeden Fall einmal eure Kosten für einen Gig durchkalkulieren.
Zu berücksichtigen sind z. B. Transporter mieten, Übernachtung, Pa ausleihen usw. Um vielleicht einen weniger gut bezahlten Gig wahrnehmen zu können, solltet ihr versuchen, einen weiteren Gig in dieser Gegend, oder auf dem Hin/Rückweg dorthin am Tag vorher, oder danach zu buchen. Manchmal lohnen sich nur 2 Gigs hintereinander. Um aber einen anderen Gig an diesem entsprechenden Wochenende zu buchen, muss man natürlich erst mal einen Termin haben. Scheut euch nicht davor, Termine 9 oder 10 Monate im voraus zu machen. Im Gegenteil, das ist sogar von Vorteil, weil ihr dann noch länger Zeit habt, diesen evtl. fehlenden Gig zu organisieren. Manchmal passt ein Ort auch nicht in die laufende Planung, aber irgendwann kommt der Zeitpunkt, wo man auf diesen Club zurückgreifen kann. Auch wenig lukrative Gigs sollte man in den ersten 1 - 2 Jahren (manchmal sogar länger) nicht ausschlagen. Das heißt nicht, dass man sich unter Wert verkaufen soll oder draufzahlen, aber man muss in diesem Business ganz kleine Brötchen backen. Wer das nicht einsieht, wird pro Jahr nicht mehr als 10 Gigs bekommen, egal welche Musikrichtung man spielt. Es sei denn, ihr seid so angesagt, dass euch das Publikum überall die Bude einrennt. Ihr solltet eure Bandmitglieder auf jeden Fall über die geplanten und bestätigten Termine auf dem Laufenden halten. Ich mache das in Form einer Liste, auf der alle Termine mit Ort, Tag und dem Vermerk „geplant“ bzw. „bestätigt“ draufstehen.

Seid ihr euch mit dem Veranstalter über die Konditionen einig, schickt ihm einen Gastspielvertrag in zweifacher Ausfertigung mit den vereinbarten Konditionen zu, den er dann schnellstmöglich ausgefüllt und unterschrieben an euch zurückschicken sollte. Schreibt schon mal die euch bekannten Dinge wie z. B. Gage, Adresse des Clubs, Vertragspartner, Veranstaltungsdatum usw. Habt ihr den Vertrag nach 3 - 4 Wochen noch nicht zurück, dann ruft ruhig den Veranstalter an und fragt ganz höflich nach dem Vertrag, versucht ihm auch zu erklären, dass ihr ohne Vertrag zu keinem Auftritt fahren könnt, da ihr ja schließlich auch Kosten habt und deshalb abgesichert sein müsst. In der Regel schicken die Veranstalter den Vertrag dann auch an euch zurück. Ich habe bisher nur mit 2 Veranstaltern Probleme gehabt, was die Einhaltung des Vertrags angeht. Schwarze Schafe wird es immer geben, aber 99 % der Veranstalter sind absolut fair und okay. Doch auch bei Veranstaltern die ihr gut kennt ist es ratsam, einen Vertrag abzuschließen. Das hat nicht mit fehlendem Vertrauen zu tun, sondern einfach damit, dass es sich hier um ein Geschäft handelt. Man bietet eine Leistung und wird dafür bezahlt. Erst wenn ihr den Vertrag vom Veranstalter zurück habt, unterschreibt ihr eine Kopie dieses Vertrages und schickt sie dem Veranstalter für seine Unterlagen zu. Solltet ihr einen Tag vorher oder nachher noch einen Gig haben, aber euch fehlt noch der unterschriebene Vertrag vom Veranstalter, wartet, bis ihr auch diesen Vertrag – also für beide Gigs – die Verträge habt, und schickt erst dann den jeweiligen Vertrag an den Veranstalter zurück.

Auch wie so ein Vertrag aussehen sollte könnt ihr bei mir erfahren. Ich habe mit unserem Vertrag sehr gute Erfahrungen gemacht, und er wird bisher auch von allen Veranstaltern akzeptiert Die Vorbereitungen die danach dann getroffen werden müssen, wie z. B. Transporter am günstigsten mieten, PA Ausleihen (wir haben mittlerweile 2 eigene PA’s), haben mit em Booking eigentlich nichts zu tun. Darüber könnte ich euch zwar auch noch eine Menge erzählen, aber das ist echt ein anderes Thema.

Solltet ihr Fragen haben, oder weitere Tipps benötigen, dann ruft mich einfach an. Ich bin wie folgt erreichbar:

Tel./Fax: 040-250 40 99 | Mobil: 0177-276 07 77
info.drmv.de | Musiker Magazin

von Tobias Schnell

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