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Daniel Fleischmann - Drum-Tuning: ein Schlagzeug stimmen...

09.04.2008
Bedienungsanleitung ansehen und herunterladen ...ist gar nicht schwer.

Es gibt hierbei weder richtig noch falsch. Erlaubt ist was gefällt und so sollte die Stimmung des Drumsets Ausdruck Eurer persönlichen Kreativität und des Stils sein. Für jemanden, der gerade erst mit dem Schlagzeugspielen anfängt, ist das vielleicht verwirrend. Dennoch: Keine Panik, es gibt ein paar einfache Grundregeln!

Schritt 1:

Den Anfang solltet Ihr immer mit einem neuen Schlagzeugfell machen. Zunächst drückt Ihr das Fell entlang des Randes einmal rundherum ein. Dies gilt nur für normale Schlagfelle – niemals für die Resonanzfelle der Snaredrum! Diese sind zu dünn und könnten leicht reißen. Ich finde, dass die Felle nach dieser “Behandlung” offener und resonanter klingen. Ein guter Anfang !!!

Zur Fellwahl:

Mit den Fellen könnt Ihr den Klangcharakter in eine bestimmte Richtung steuern. Einlagige Felle (z.B. REMO Ambassador, AQUARIAN Texture Coated, etc.) klingen sehr obertonreich, doppelschichtige Felle (z.B. AQUARIAN PERFORMANCE II, REMO Emperor, Pinstripe) steuern mehr Attack und Tiefe bei. Überlegt Euch am besten vor dem Kauf, in welche Richtung der Klangcharakter Eures Drumsets gehen soll. Hin und wieder sind Experimente aber auch eine gute Idee.... Auch steuert Ihr durch die Spieltechnik + Stöcke ganz wesentlich, wie das Set klingt. Verlasst Euch also NICHT auf die Beschreibungen in den Katalogen, sondern hört mit Euren eigenen Ohren. Die sagen Euch, was wirklich Sache ist.

Schritt 2:

Das Fell wird auf die Trommel gelegt, darauf kommt der Spannreifen. Nun zieht alle Spannschrauben „fingerfest“ an. Gemeint ist damit, die Schrauben gleichmäßig so fest wie möglich zu spannen, nur eben so fest, wie es mit den Fingern geht. Achtet unbedingt darauf, dass Ihr die Schrauben über Kreuz anzieht! Es ist klar, dass man seinem Drumset die nötige Pflege gönnen sollte, damit die Stimmschrauben leichtgängig bleiben, etc. Sonst wird das Stimmen schnell zur Qual...

Schritt 3:

Nun zieht jede der Schrauben mit dem Stimmschlüssel eine halbe Umdrehung an. Dies wiederholt Ihr so lange, bis die Falten aus dem Fell verschwunden sind.

Schritt 4:

Damit sich das Fell der Auflage des Trommelkessels anpassen kann, drückt Ihr mit dem Handballen vorsichtig auf die Mitte des Fells. So könnt Ihr dann nach und nach immer fester darauf Druck geben. Wenn dabei krachende Geräusche entstehen, ist es Zeichen dafür, dass sich Kleberreste im Fell verteilen und das Fell nun eingedehnt ist. Es wird sich nun weniger schnell verstimmen. Meist merkt man danach, dass der Ton des Fells tiefer geworden ist. Nun könnt Ihr wieder wie bei Schritt 3 auf die gewünschte Tonhöhe stimmen. Auch dies gilt nur für normale Schlagfelle, nicht für die Resonanzfelle einer Snaredrum! Übrigens kann man die Schlagfelle schon ganz ordentlich belasten. Ich stelle mich auf die Bassdrum und großen Toms mit den Füßen drauf, um sie ordentlich einzudehnen.

Schritt 5:

Die Schritte 1 – 5 bei dem Fell auf der Unterseite der Trommel (Resonanzfellseite) durchführen.

Schritt 6:

Mit Eurem Zeigefinger schlagt Ihr an jeder Stimmschraube auf das Fell und hört auf Unterschiede in der Tonhöhe. Das Stimmen hat das Ziel, das Fell optimal zum Schwingen und Klingen zu bringen. Also müsst Ihr versuchen, alle Stimmschrauben auf dieselbe Tonhöhe zu stimmen. Wie? Über Kreuz! Häufig entsprechen sich die genau gegenüberliegenden Stimmschrauben in der Tonhöhe. Jetzt könnt Ihr die „zu hoch“ klingenden Stimmschrauben ein kleines bisschen lösen und die „zu tief“ klingenden Stimmschrauben ein wenig anziehen. Achtet darauf, dass das Fall in sich “in-Tune” ist. Man merkt dies daran, dass das Fell nur noch in einem Ton klingt, auch verändert sich dann das ganze Schwingungsverhalten des Felles.

Ab jetzt sind die Trommeln spielbereit.

Schritt 7:

Nun solltet Ihr die relativen Tonhöhen der Schlag- und Resonanzfelle zueinander einstellen. Dies hat einen gravierenden Effekt auf den Klangcharakter.

Faustregel:
  • Trommeln, bei denen das Resonanzfell tiefer als das Schlagfell gestimmt ist, klingen „fetter“, wuchtiger und haben einen Ton, der in der Tonhöhe abfällt.
  • Trommeln, bei denen beide Felle gleich gespannt werden, bekommen einen klaren Ton der länger nachklingt und die Tonhöhe hält.
  • Trommeln, bei denen das Resonanzfell höher als das Schlagfell gestimmt wird, klingen „offener“ und „knackiger“. Ihr Ton wird obertonreicher und durchdringender.
Zwischendurch immer wieder die Trommeln mit einem Stock anschlagen und hören, wie sie klingen! Mehrere Tom-Toms kann man mit dieser Methode auch sehr gut in Intervallen (besonders beliebt Terz- oder Quart-Abstand) stimmen.

Snaredrum:

Die Snaredrum klingt meist etwas knackiger, wenn Ihr das Resonanzfell höher stimmt als das Schlagfell. Das Schlagfell kann man je nach Geschmack mittelfest bis sehr stark anspannen. Der Ton wird dadurch kürzer, höher und durchdringender. Mit dem Hebel an der Seite stellt man die Spannung des Snare-Teppichs auf der Unterseite der Trommel ein. Er sollte nie zu fest gespannt sein, die Trommel also nicht „abwürgen“. Ich versuche immer ein gutes, ausgewogenes Verhältnis aus “Warm” und “Knallig” zu stimmen. Ein guter Tipp ist auch, die Snaredrum in der Tonhöhe passend zum Grundton des Songs zu stimmen (wenn ihr mal ganz viel Zeit habt, oder im Studio....)Mit neuen Fellen und guter Stimmung kanns losgehn

Bassdrum:

Das Schlagfell der Bassdrum solltet Ihr für eine gute Pop/Rock-Stimmung gerade so tief stimmen, dass es keine Falten mehr wirft. Das Resonanzfell steuert die Fülle des Klangs und den Attack (die Höhen-Präsenz des Klangbildes). Ein sehr tief gestimmtes Resonanzfell sorgt für viel Tiefbass. Mit zunehmender Spannung verschwindet der Tiefbassanteil im Sound, dafür erhält man mehr „Attack“. Wenn Ihr die Bassdrum so gestimmt habt und als “letzten Schliff” noch die oberen beiden Stimmschrauben auf der Schlagfellseite so weit löst, dass sie gerade nicht klappern, bekommt die Bassdrum noch einen Tick mehr Tiefbass. Experimentiert auch mit der Dämpfung. Es wird schwieriger, eine Bassdrum zu kontrollieren, je weniger gedämpft sie ist. Auf der anderen Seite bekommt man so eine Fülle von Klanglichen Optionen, die man kontrollieren lernen kann. Ich mag das!

Wenn Ihr noch mehr “Attack” (den Klick-Sound beim Anschlag) hören wollt, verwendet einen Plastik oder Holz-Beater und zusätzlich ein “Falam Slam” Pad (von Remo, oder vergleichbares). Ein weiterer Vorteil: Das Fell wird länger spielbar, reisst weniger leicht ein. Aber Achtung: Seit es Nu-Metal gibt, wollen alle mehr KICK in ihrer Bassdrum hören... Ein Bassdrumsound, der “schiebt” braucht auch etwas Ton. Hört euch die alten Motown-Aufnahmen an. Die Drummer haben dort immer ein sehr offenes “Jazz-Tuning” mit viel Ton für ihre Bassdrums verwendet. Letztlich geht es immer um den optimalen Kompromiss aus Ton und Attack, der die Bassdrum wirklich gut klingen lässt. Achtet auf die Musik, denn die diktiert Euch, wie das Drumset klingen muss.

Für andere Sounds experimentiert mit der Fellauswahl, Dämpfung und Schlägeltypen.

Zur Dämpfung:

Warum dämpft man ein Schlagzeug? Hoffentlich nicht um leiser zu werden...Die Lautstärke solltet Ihr ausschliesslich durch Euer Spiel steuern. (Tipp: je weniger Weg der Stock bei gleichem Kraftaufwand zum Fell hat, desto leiser wirds...)

Das Dämpfen von Drums sollte ausschliesslich dazu dienen, den Klangcharakter zusätzlich zu beeinflussen. Man kann durch eine ca. 2 cm breite Gaffa-Tape (Klebeband)-Rolle dem Klang die hohen Obertöne reduzieren, dadurch wird der Sound patschiger. Lars Ulrich von Metallica verwendet zum Beispiel für seinen Heavy-Tom-Sound “REMO Pinstripe”-Felle (dopellagig mit Dämpfungsrand, KEIN “ÖLFELL”, die gibts von Evans, heissen “Blue X Hydraulic”). Dabei klebt er diese Toms zusätzlich mit drei Gaffa-Tape Stücken ab. Das funktioniert bei ihm nur, weil sein Schlagzeug meist in großen Arenen steht und mit Mikrofonen übertragen wird. Würde man ein Schlagzeug so in einem kleinen Club ohne Mikros spielen, würde man die Toms kaum wahnehmen, sie wären wie tot. Umgekehrt würden ungedämpfte, “singende” Toms im Stadion klanglich alles verwaschen und ausserdem dünn klingen.

Ich experimentiere zur Zeit mit einem Schuhputztuch (ja, wirklich!...). Das Tuch lege ich bei Bedarf auf die Snare oder ein Tom und kann so beim Spielen den Klang verändern. Ein Blatt Papier aufs Floortom legen und dann draufhauen ist auch ein toller Effekt...

Fazit: Lieber erstmal mit richtigem Stimmen den Klang steuern und immer die Ohren aufhalten + hören wie das Set im Raum (+für die Zuhörer!) klingt.

Weitere Workshops von Daniel Fleischmann gibt es unter www.danielfleischmann.de.
von Daniel Fleischmann

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