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Roland Reiner - Interview mit "System of a Down", Serj Tankian und Daron Malakian

24.10.2007
“Wir versuchen nicht, irgendwen zu indoktrinieren und es ist nichts, wofür wir uns verantwortlich fühlen, wir sagen nur was wir als Künstler fühlen,” seufzt Serj Tankian, der Sänger, Texter und Keyboarder der Band. “Die Dinge kommen zu uns - ob es Musik ist, Gedanken oder Bilder - und wir bringen sie in Relation zueinander, auf die einzige Weise die wir kennen. Wir nehmen keine Standpunkte ein, wir wenden uns nur gegen Ungerechtigkeit. Das ist wirklich amerikanisch - dich genug um Deine Leute und Dein Land zu kümmern, um aufzustehen und etwas zu sagen - speziell in Zeiten, wo es für Dich gefährlich werden könnte.”
Gitarrist und zweiter Sänger Daron Malakian, der für die meisten musikalischen Ideen der Gruppe verantwortlich ist, stimmt zu. “Ich habe bemerkt dass die Worte, wenn ich für mich alleine singe, dazu tendieren, Frustration über das, was im Moment in der Welt passiert, auszudrücken” enthüllt er. “Ich hasse es, wenn wir als politische Gruppe abgestempelt werden, aber es ist definitiv etwas, das im Moment natürlich aus mir herauskommt.”
Der Altersunterschied von acht Jahren zwischen Tankian und Malakian ist zum Teil der Grund, warum sie ein so unwahrscheinliches Team sind. Spirituell und philosophisch stehen Tankians sanftes Wesen und die für einen Nu-Metal-Sänger überraschend leise Stimme in scharfem Kontrast zu Malakians Intensität. Gefragt, wo der Ärger in ihrer Musik herkommt, korrigiert der Sänger höflich: “Unsere Musik ist reine Energie, aber sie ist nicht wütend oder gewalttätig.” Sein jüngerer Bandkollege, hat andere Ideen. “Ich mag es gewalttätig. Man kann nicht die ganze Zeit friedlich sein. Wenn Du nie ärgerlich wärest, würde auch kein Frieden existieren. Wo weiß ist, muss auch immer schwarz sein,” sagt Malakian. “Unsere Musik ist menschlich, so sehe ich das. Sie ist wütend, aber nicht zu wütend. Sie ist fröhlich, aber wenn Du die ganze Zeit nur lachst, drehst Du irgendwann durch. Also ist sie auch traurig. Es ist einfach ein Bündel menschlicher Emotionen. Es ist Musik für facettenreiche Leute.”
“Facettenreich” ist wohl das beste Wort, den Sound von System Of A Down zu beschreiben. In ihrer sehr originellen Musik wechseln sich brutale Rhythmen und eckige Riffs mit cleveren Tempowechseln und Folk-Harmoniefolgen des mittleren Ostens ab, während heftige Ausbrüche und satter Hardrock häufig Gänsehaut-erzeugenden Gesangsharmonien und gelegentlichen poppigen Einlagen Platz machen. “Wenn Du jemanden berühren willst, kannst Du es auf viele Arten machen. Du kannst AAARRGG und aahh machen,”demonstriert Tankian, indem er die Stimme zur Unterstreichung des Effektes hebt und senkt.
“Wir haben Spass an diesen Dynamikwechseln und Tempo-Kontrasten.” System Of A Downs nahm in den frühen 90ern erste Formen an, als Tankian und Malakian erstmalig in ihrer früheren Band Soil zusammenarbeiteten. Kurze Zeit später gesellte sich der ebenfalls in Los Angeles lebende Bassist Shavo Odadjian zu ihnen und zu guter Letzt kam John Dolmayan am Schlagzeug dazu. Sie änderten ihren Namen und eroberten die LA Club Szene im Sturm. Als Band, die ausschliesslich aus Armenischen-Amerikanern bestand, waren sie so eine Art Aussenseiter am Sunset Strip. Nichts desto trotz beeindruckte ihre natürliche Energie ganz offensichtlich den illustren Produzenten Rick Rubin, der die Gruppe sofort bei seinem American Recordings Label unter Vertrag nahm, als er ihre Show im weltberühmten Viper Room sah.
Jetzt, einige Jahre später mit enorm erfolgreichen Alben und ausverkauften Touren hinter sich, hat die Gruppe mehr als jede andere getan, um die Armenische Kultur den Massen nahezubringen, und Folk Music für die Nu Metal-generation neu zu definieren.

Nachdem sie ihren armenische Hintergrund in endlosen Interviews immer wieder diskutieren mussten, zögert die Gruppe zuerst, das Thema anzusprechen. Der Grund? “Wir haben uns niemals hingesetzt und in armenische Musik vertieft. Trotzdem ist es jedes Mal, wenn wir etwas machen ein bisschen wie Moll, für die Leute passt es immer direkt in diese Kategorie,” beschwert sich Malakian. “Wir versuchen überhaupt nicht, die Leute darauf aufmerksam zu machen.”
Die Wurzel der Frustration stammt aus der Tatsache, dass die Gruppe für viele Jahre darum gekämpft hat, gehört zu werden. Der ungewöhnliche kulturelle Background erwies sich zuerst als Hürde, die viele nicht überspringen konnten. “Wir bekamen keinen Vertrag, weil wir alle Armenier waren,” fährt er fort. “Der Sound der Band war Heavy Metal, aber es war Heavy Metal, den selbst einige Heavy Metaller nicht verstanden. Heutzutage sagt jeder, Serj hat eine grossartige Stimme, aber früher war alles, was wir hörten ‘Wir verstehen seine Stimme nicht.’ ‘Wie sollen wir die Band vermarkten? FürArmenier? Für Schwarze? Für Weiße?’ Alles war gegen uns.”
Tankian und Malakian, die Haupt-Songwriter der Gruppe, arbeiten ihre Ideen für System Of A Down-Songs und ihre verschiedenen anderen Projekte gewöhnlich in ihren Home Studios aus - einem Zimmer im Haus seiner Mutter im letzteren Fall. Hier, zwischen verschiedenen Gitarren, Amps, Taperecordern und Digital Workstations, kommen auch verschiedene BOSS-Geräte zum Einsatz.
Tankian, ein überzeugterRoland VS-1680 User, tendiert mehr zu elektronischen Geräten, als der Rest der Gruppe. Er hat eine prorammierbare BOSS DR-202 Dr. Groove Drum Machine, die für elektronische Drums und Dance-Rhythmen verwendet wird. “Das Ding habe ich endlos benutzt. Für den Preis ist es eine großartige Drum Maschine und die Samples sind unglaublich realistisch,” kommentiert er.Ausserdem hat er einen GT-5 Guitar Effects Processor, der für gelegentliche extreme Effekte eingesetzt wird, und ein Paar BOSS Effekt-Pedale, ein DS-1 Distortion und das CH-1 Super Chorus, die er verwendet, um Gitarrenspuren einzuspielen, wenn er schreibt und aufnimmt. Beide stimmen zu, dass Effektpedale der einfachste Weg sind, sofort zu Resultaten zu gelangen - speziell wichtig während des Songwriting-Prozesses.
“Es ist so einfach, sie nacheinander zu verschalten,” bemerkt Gitarrist Malakian. “Multieffekt-Prozessoren können manchmal zu kompliziert sein und wenn Du keine Lust hast, Bedienungsanleitungen zu lesen, ist es wesentlich sinnvoller, einfach drei BOSS-Pedale hintereinander zu schalten. man kann auch mehr Spass dabei haben,weil man während des Spielens einfach ein paar Knöpfe drehen und den Sound in Echtzeit verändern kann.”
Malakians Lieblingspedal ist das BOSS MT-2 Metal Zone, ein Effekt, der extreme Distortion produziert wie ein Stack übersteuerter Amps. Dsas erinnert ihn an den Sound einiger seiner Lieblings- Thrash Metal und Metallic Alternative Rock Groups wie Slayer and Tool.
“Dies war das erste Pedal, das ich je hatte, das schwarz-orange Metal Zone. Ich war 14 Jahre alt und spielte seit zwei jahren Gitarre. Alles was ich wollte war der BOSS Heavy Metal-Effekt,” erinnert er sich. “Ich verwende es immer noch häufig, speziell wenn ich komponiere. Es gibt Dir einen extra-Attack. es ist das beste Pedal für Metal Distortion. Ich bin sicher, es gibt eine Million Metal Bands, die darauf schwören, weil es Dir den klassischen Metal-Ton gibt, der sich über Jahre enwickelt hat.
“Oft klingen Pedale dünn. Aber das BOSS tendiert dazu, immer Biss zu haben,” fährt Malakian fort. “Sogar der einfache BOSS Overdrive DS-1 Distortion, hat jede Menge Biss und Druck. BOSS hat Pedale für alle, von Armenischen Musikern bis hin zu Metal Bands, es gibt eine Menge Leute, die sie benutzen.”
von Roland Reiner

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