Musikhaus City Sound
.:.: Home :.:..:.: Impressum :.:..:.: Musiklinks :.:..:.: Schwarzes Brett :.:..:.: Magazin :.:. Deutsch English
 
Rubriken
 
Suche
Meinl Generation-X China Crash 15" GX-15CHC-B
Meinl Generation-X China Crash 15" GX-15CHC-B
193,00 EUR
169,00 EUR

inkl. 19 % MwSt
inkl.
Info & Service
Login
eMail-Adresse:

Passwort:


Passwort vergessen?
Ihre Meinung
Vermissen Sie ein Produkt? Gefällt Ihnen etwas nicht oder auch besonders gut? Ihre Meinung ist gefragt und auch gern gesehen.

Magazin

Jens Bachmann - Was ist die GEMA und wann lohnt sich eine Mitgliedschaft?

31.01.2008
Bedienungsanleitung ansehen und herunterladen
Die GEMA

Die GEMA (Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte) ist eine Verwertungsgesellschaft, die in Deutschland die Aufführungs- und Vervielfältigungsrechte Ihrer Mitglieder (Komponisten, Textdichter und Verleger von Musikwerken) vertritt.
Die Mitgliedschaft in der GEMA ist freiwillig und hat keinen Einfluß auf das Bestehen des Urheberrechtes. Dieses besteht automatisch. Nur muß der Künstler entscheiden, ob er es selbst wahrnimmt oder ob er einen Dritten für die Wahrnehmung dieses Rechtes beauftragt bzw. es zur Wahrnehmung an die GEMA überträgt. Die Mitglieder sind dann vertraglich verpflichtet, sämtliche eigene Werke bei der GEMA anzumelden.

Wer zahlt

Die Nutzer, sprich Veranstalter von Live-Musik, Hersteller von Bild u. Tonträgern, Rundfunk u. Fernsehsender sowie auch Gewerbetreibende, die in Ihren Geschäftsräumen ein Radio betreiben oder Musik abspielen, die im Zuständigkeitsbereich der GEMA liegt, werden von der GEMA zur Zahlung einer Vergütung verpflichtet, die dann nach Abzug einer Verwaltungsgebühr an die Berechtigten ausgeschüttet wird. Dies ist aber nur möglich wenn durch s.g. GEMA-Listen klar ersichtlich wird , für welche Musik der jeweilige Nutzer auch zahlt. Sämtliche Zahlungen die pauschal erfolgen, wie die Zahlung für Musik in Geschäftsräumen, Restaurants, Kaufhäusern, Artztpraxen usw., kann man dann dem eigentlich Berechtigten nicht zuordnen.
Zu den Einnahmen der GEMA kommt die Abgabe auf Geräte welche das Kopieren von Musik ermöglichen, sowie die dazugehörigen Medien wie CD-R & DVD-R, hinzu.

Die Verteilung

Die Einnahmen werden nach einem komplexen Verteilerschlüssel an ihre Mitglieder ausgeschüttet. Dies erfolgt nach einem Punktesystem, welches zwischen U-Musik und E-Musik unterscheidet. Ein Rock - oder Pop Song wird z.B. mit 12 Punkten bewertet, ein Orchesterwerk mit einer Spieldauer von einer Stunde und mehr dagegen mit 1200 Punkten! Wenn man mal überlegt, wie viel klassische Werke wohl auf CD veröffentlicht werden und im Gegenzug die Menge der Rock/Pop-Veröffentlichungen betrachtet, dann wird schnell klar wie es mit der Verteilungsgerechtigkeit bestellt ist.
Die GEMA ist vereinsrechtlich organisiert und arbeitet daher vordergründig nicht gewinnorientiert. Tatsächlich erhalten den Großteil der Einnahmen aber jene Mitglieder, die selbst durch ihren Status als sogenanntes "ordentliches Mitglied" den Verteilungsplan bestimmen. Man muß also feststellen, daß sich für diese verhältnismäßig wenigen Mitglieder die Mitgliedschaft besonders "auszahlt". Auf Grund dieser Struktur erhalten weniger als 10% der GEMA-Mitglieder mehr als 70% der auszuschüttenden Beträge, während sich die restlichen 90% der Mitglieder mit einem Bruchteil begnügen müssen. Eine Änderung ist nicht in Sicht, denn die ordentlichen Mitglieder der GEMA bestimmen die Auszahlungsmodalitäten und sichern sich somit auch die eigenen Tantiemen.

Eigene Musik im Internet

Seit geraumer Zeit macht die GEMA auch am Onlinemarkt Ihre Forderungen geltend. Das führt selbst dazu, daß auch die GEMA-Mitglieder für Ihre eigenen Werke eine Vergütung zahlen müssen, wenn sie diese Titel auf Ihrer eigenen Homepage präsentieren.
Mittlerweile ist man hier etwas zurückgerudert und betont, daß man die Künstler doch bei der Promotion Ihrer eigenen Titel unterstützen will. Allerdings darf auf den Seiten kein Link bzw. darf die Musik nicht mit kommerziellen Seiten verlinkt sein. Auch wird es teuer, wenn vielleicht das Label der Band oder ein Mailorderanbieter zu Werbezwecken ein Hörbeispiel dem potenziellen Kunden zur Verfügung stellen will. Offensichtlich genügt es nicht, daß der Hersteller von Tonträgern schon für jede CD an die GEMA Gebühren entrichtet. Der Künstler selbst wird noch zur Kasse gebeten, wenn er sein Werk online den Möglichkeiten entsprechend promotet.
Vor allem bei kleineren, unbekannten Bands, wo die Verkaufszahlen ohnehin schon gering sind, ist das eine enorme Einschränkung. Hier lohnt sich es sich zumeist nicht mal im Ansatz, Hörbeispiele (die ja bekanntlich den Verkauf fördern würden) bei der GEMA zu lizensieren. Dies ist dann ein Teufelskreis.
Die GEMA lässt sich übrigens auch vorsorglich die Tantiemen der kompletten Pressung gleich ausbezahlen, selbst dann, wenn die CDs anschließend in einem Keller verstauben. Dieses Problem hat natürlich auch der Autor, wenn er seine eigenen CDs herstellen lässt. Denn auch er kommt nicht um das Entrichten der GEMA-Gebühren umhin, wenn er als Musiker bei der GEMA registriert ist.

Lohnt die Mitgliedschaft?

Ist es nun sinnvoll für junge Künstler, die am Anfang ihrer Karriere stehen, gleich eine Mitgliedschaft bei der GEMA anzustreben? Diese Frage muß sich jeder selbst beantworten.
Es fällt auf, daß viele Labels sich distanziert verhalten, wenn es darum geht, die Veröffentlichungen unbekannter Künstler zu finanzieren.
Dennoch: Mit Sicherheit ist die Wahrnehmung der Urheberrechte bei etablierten Produktionen sinnvoll und auch akzeptabel, aber dorthin muss ein Künstler erst einmal kommen.

Gibt es Alternativen?

Die einzige Alternative besteht wohl darin, erst einmal auf die Mitgliedschaft in einer Verwertungsgesellschaft zu verzichten und Verwertungsrechte dem ambitionierten Nutzer über einen Lizenzvertrag selbst einzuräumen. Immerhin kann man auf diesem Weg die Höhe der Tantiemen selbst bestimmen (z.B. für öffentliche Aufführung, Videoclips ect.), oder auch für Promotionzwecke aus Eigennutz darauf verzichten.
Das Internet ist nun geradezu prädestiniert, einer weltweiten Öffentlichkeit seine Kompositionen vorzustellen. Und so gibt es nicht wenige Portale, die sich der Selbstvermarktung der Künstler außerhalb von Verwertungsgesellschaften verschrieben haben.

von Jens Bachmann

Zurück